Stadtchronik Seelow
Start Chronik Daten - Fakten Themen Persönlichkeiten Eingem. Orte
Für Weitere Informationen zu diesem Thema kontaktieren sie M. Schimmel. Detailiertere Ausführungen sind auf Nachfrage Vorhanden
Die Entwicklung der Eisenbahn in Seelow         Die Entwicklung der Eisenbahn ging schnell voran. Im Jahr 1881 fuhren täglich vier Züge von Frankfurt nach Eberswalde und  zurück. Mit dem Anschluss der Bahn wurde der Transport von Gütern von der Straße mehr auf die Bahn verlagert.  Der Transport der Güter vom Bahnhof war durch den steilen Bahnhofsberg oft sehr schwierig und kraft aufwendig. Aus diesem Grund fuhren die schweren Fuhrwerke nicht den heutigen Weg in die Stadt, sondern einen „leichteren“ Anstieg zur Stadt über den Schwarzen Weg.  Der Name  „Schwarzer Weg“ ist auf die damalige Zeit zurück zu führen, als die Kohletransporte diesen  Weg  nahmen bzw. weil der Weg sehr lehmig war und stark befahren, wurde der Weg mit Steinkohlenschlacke aufgeschüttet. Auch war der Wegverlauf anders wie heute und begann an dem Bahnübergang, unterhalb der Eisenbahnbrücke von der B1,und endete im Weidenweg.  Mit dem Bau der Oderbruchbahn 1910 - 1912 und dem Anschluß von Seelow an die Strecke von Dolgelin nach Fürstenwalde endete der beschwerliche Transport vom Bahnhof in die Stadt, und der Güterverkehr für die Stadt verlagerte sich mehr zum Bahnhof der Oderbruchbahn südlich der Stadt.  In der Gastwirtschaft im Bahnhofsgebäude wurde 1930 die Tanzdiele im Bahnhofsgarten eingeweiht. In der Nora - Diele fanden auch Musikkonzerte statt. Beliebt waren die regelmäßig durchgeführten Skatturniere in der Gastwirtschaft. Am 16. Juli 1934 erhielt der Bahnhof neue Toiletten, die für die damalige Zeit hygienisch sehr modern ausgebaut waren. Diese Toiletten existierten noch 1987 in diesem Zustand. In der gleichen Zeit wurden das Stationsgebäude und die Nebengebäude einer Schönheitsreparatur unterzogen. Die politischen und anschaulichen Veränderungen in den 30’iger Jahren in Deutschland, machte vor der Deutschen Reichsbahn nicht halt. Mit der zunehmenden Militarisierung bekamen am 30. Juli 1935 die Eisenbahner eine neue Uniform. Eine technische Erneuerung verzeichnete der 2. September 1936. Seitdem erhielt der Seelower Bahnhof die genaue Bahnzeit aus Berlin. Jeden Morgen wurde der gesamte Telegrafenverkehr auf der Reichsbahnleitung ausgeschaltet. Zwei Minuten vor 8 Uhr wurde ein Kontakt von der Hauptuhr in Berlin gegeben. 50 Sekunden  vor 8 Uhr entstand auf dem Morsestreifen ein ununterbrochener Strich, der genau 8 Uhr  0 Minuten und 0 Sekunden abbricht. Ein Abschlußzeichen beendet die Zeitübertragung.  Das Jahr 1945 und der Angriff der Roten Armee auf die Seelower Höhen hatten auch große Auswirkungen auf den Eisenbahnverkehr.         Der Eisenbahnverkehr der Oderbruchbahn wurde am  24. April 1946 nach dem Krieg wieder aufgenommen. Infolge der Unwirtschaftlichkeit wurde die Strecke zwischen Seelow und Ahrensfelde am 1. November 1969 stillgelegt und demontiert. Ein weiterer Grund war der immer schlechter werdende Zustand der Eisenbahnstrecken. Die Geschwindigkeit mußte von 60 km/h auf Schrittgeschwindigkeit gedrosselt werden In den 80’iger Jahren gab es Überlegungen, die Gleise bis zum Armeeobjekt, zwischen Seelow und Diedersdorf wieder auf der vorhandenen Trasse zu verlegen.    Dann sollten die Kohle- und Materialtransporte direkt zum Armeeobjekt befördert werden. Der letzte Streckenabschnitt der Oderbruchbahn zwischen Dolgelin und Seelow wurde noch von 1969 bis 1994 für den Güterverkehr genutzt und dann am 10.01.1994 endgültig stillgelegt. Am 31. Mai 1978 wurde der rote Backstein-Wasserturm im Norden des Bahnhofes abgerissen.  Zum Bahnhofsgelände gehörten früher noch zwei Lokschuppen und mit einer davor befindlichen Lokdrehscheibe.  Die letzte bauliche Veränderung am Bahnhofsgebäude war der Anbau mit neuen Toiletten, 1987.
Im Jahr 1873 begann der Bau der Eisenbahnstrecke Seelow - Frankfurt / Oder. Der schwerste Bauabschnitt war von Dolgelin  über Seelow  nach Werbig. Die Schwierigkeit bestand in der Überwindung des Höhenunterschiedes von 50 Metern und dem Durchschneiden der Berge. Während des Bahnbaues wurde das Bahnhofsgebäude, in der Zeit von 1875 - 1876, und die Bahnhofsbrücke 1876 fertiggestellt. Dazu kamen noch 5 Bahnwärterhäuser im Seelower Bereich, von denen heute keines mehr vorhanden  ist. Am 1. Januar 1877 wurde die Eisenbahnstrecke von Wriezen nach Seelow eröffnet, und am 15. Mai 1877 konnte die ganze Strecke von Wriezen nach Frankfurt / Oder freigegeben werden. Der erste Güterzug befuhr am nächsten Tag die neue Bahnstrecke  von Frankfurt.
Bahnhof Seelow 23. 08. 1912
Während der Schlacht wurde die Eisenbahnbrücke am Nachmittag des 16. April 1945 gesprengt. Auch die Eisenbahnstrecke wurde zerstört. In den Abendstunden des 17. April waren die Bahnlinien mit dem Bahnhof die Frontlinie. Nach dem Krieg wurden alle Kräfte organisiert, um die Eisenbahnstrecken wieder befahrbar zu machen. Schon am 1. Oktober 1945 konnte der Eisenbahnverkehr zwischen Berlin und Kietz, Werbig und Freienwalde wieder aufgenommen werden. In den 50’iger  Jahren wurde die Eisenbahnbrücke von der B1 wieder aufgebaut.
Bahnhof Seelow um 1920